Das Kleine-Welt-Phänomen – kennt tatsächlich jeder jeden?

Viele Menschen haben reichlich Kontakte und scheinen nahezu jeden zu kennen. Aber was genau bedeutet dies tatsächlich? Kann jeder Mensch über wenige Ecken jeden anderen auf dieser Welt kontaktieren?

Und wie aussagekräftig ist diese Theorie tatsächlich?

Der Hintergrund des Kleine-Welt-Phänomens

Das Kleine-Welt-Phänomen fand erstmals im Jahr 1929 Erwähnung. Der ungarische Schriftsteller Frigyes Karinthy erwähnt die enge Verbindung zwischen Erdenbürgern in einer Kurzgeschichte.

Etwas größere Beachtung fand die These, als der US-Psychologe Stanley Pilgram diese zu verifizieren versuchte.
Bereits im Jahr 1967 behauptete er, dass Menschen über sehr viel weniger Beziehungen miteinander in Verbindung stehen würden als angenommen wurde.

Das Mini-Experiment war jedoch nicht unbedingt aussagekräftig, sodass der These lange Zeit nur wenig Beachtung geschenkt wurde. 

Im Jahr 2008 gingen die Wissenschaftler Jure Leskovec und Eric Horvitz dem Kleine-Welt-Phänomen auf den Grund und analysierten 30 Milliarden Einzelverbindungen des Microsoft-Messenger.

Erstaunlicherweise konnten Sie bestätigen, dass jeder Mensch jeden anderen über 6,6 Ecken kennt.

Neuere Untersuchungen bei Facebook aus dem Jahre 2016 kommen sogar auf eine noch stärkere Vernetzung untereinander. So verkürzt sich die Kette im Schnitt auf lediglich 3,57 Personen.

Die Macht der Superspreader – wenige Menschen kennen viele andere

Auch wenn die umfassende Untersuchung tatsächlich zeigen konnte, dass jeder Mensch jedem anderen sehr viel nähersteht als er diese wohl für möglich gehalten hätte, so gibt es dennoch deutliche Unterschiede in den Kommunikationswegen. Während einige Menschen mehr als 10 oder 15 Kontakte benötigen, um andere zu erreichen, so sind es bei ein paar Menschen nur 3 oder 4 Bekannte, die auf dem Weg zur Zielperson stehen.

Besonders interessant war, dass einige Personen aus der Masse herausstachen, da Sie ein sehr großes Netzwerk hatten, dass es ihnen ermöglichte, nahezu jeden Menschen schnell zu kontaktieren.

Diese Superspreader erreichen gleichzeitig viele Menschen und sind daher auch für Firmen von großem Interesse. Nur über sie ist es möglich, weite Brücken zu schlagen, was wiederum dazu führt, dass jeder so nah mit jedem bekannt ist.

Ein eigenes Netzwerk aufbauen

Da jeder Mensch andere Menschen kennt, ist es bei vielen Kontakten deutlich wahrscheinlicher, dass der oder die andere jemanden kennt, der in der eigenen Situation behilflich sein kann. Nutzen Sie also Ihre bestehenden Verbindungen und intensivieren Sie diese. Auch wenn es unzählige Stellenanzeigen gibt, so wird ein Großteil der offenen Stellen letztlich über Vitamin B besetzt. Und wäre es nicht schön, wenn jemand in Ihrem Umfeld an Sie denkt, bevor jemand anderes den Job bekommt?

Sich das Kleine-Welt-Phänomen zunutze machen

Immer wieder sind kleine und große Unternehmen auf der Suche nach passenden Mitarbeitern für bestimmte Stellen. Doch auch Selbstständige suchen nach Kunden und Endverbraucher nach geeigneten Fachkräften für den jeweiligen Auftrag. Beginnen Sie also damit, jemanden in Ihrem Umkreis darüber zu informieren, was Sie benötigen und lassen Sie sich überraschen, ob Sie bereits nach kurzer Zeit eine Rückmeldung erhalten.

Entsprechend des Modells dürfte es Ihnen gelingen, über 6,6 oder sogar nur 3,57 Ecken den passenden Mitarbeiter zu finden oder aber den idealen Moderator für das nächste Event.

Denken Sie nicht in engen Bahnen

Auch wenn das Kleine-Welt-Phänomen sicherlich keine absolut neue Erkenntnis darstellt, so machen immer noch sehr wenige Menschen davon Gebrauch. Ein eigenes Netzwerk aufzubauen, hilft Ihnen jedoch in umfassender Weise. Schlagen Sie daher auch einmal etwas unkonventionelle Wege ein.
Bekannte, die ein gemeinsames Hobby teilen oder Freunde, mit denen Sie sich beim Sport auspowern, kommen ebenso für das Netzwerk infrage wie Geschäftspartner und Kollegen aus anderen Abteilungen.

Dabei kommen Sie nicht an Schlüsselpersonen vorbei, die Ihnen sehr umfassend weiterhelfen können, um Ihr persönliches Netzwerk im Nu zu vergrößern.

Mitarbeiter suchen Mitarbeiter – eine simple Idee

Empfehlungen spielen in der Geschäftswelt eine elementare Rolle. Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als ein Drittel aller Menschen ihren Job lediglich über Beziehungen bekommen haben.
In der Führungsetage sieht es noch drastischer aus, denn weit über zwei Drittel haben ihren Job persönlichen Kontakten zu verdanken.

Auch wenn offiziell sicherlich nicht so viel gemauschelt wird, so lassen sich auf inoffiziellem Weg doch oftmals sehr gute und passende Kandidaten für eine Stelle finden.

In Bereichen mit Personalverantwortung liegt es daher nahe, das Kleine-Welt-Phänomen zu nutzen, um neue Mitarbeiter zu gewinnen.
Dies gelingt allerdings nur dann, wenn das Arbeitsklima stimmt und die Mitarbeiter gerne von ihrem Job berichten. Noch etwas mehr Anreize schaffen Arbeitgeber, indem sie Empfehlungsprogramme einführen. Ein kleiner finanzieller Bonus für die erfolgreiche Vermittlung ist sicherlich ein geringer Preis für den optimalen Kandidaten.

Der kurze Weg zum Ziel führt über direkte Kommunikation

Um auf ein eigenes Netzwerk zurückgreifen zu können, Mitarbeiter zu motivieren und so das Kleine-Welt-Phänomen bestmöglich zu nutzen, sollte die Kommunikation stimmen. Längst nicht jedem ist es in die Wiege gelegt, mit anderen zu sprechen oder aber Smalltalk zu halten. Es lässt sich jedoch alles, wirklich alles, lernen.
Und es muss natürlich längst nicht immer nur um Smalltalk gehen. Auch der Wechsel hin zu ernsten Themen, die passende Überleitung vom Wetter zum Arbeitsvertrag – all dies sind Fähigkeiten, die Sie mit ein wenig Übung und der richtigen Strategie verwirklich können. 

Gerne unterstütze ich Sie als Coach auf diesem Weg und helfe Ihnen dabei, die vielleicht schon gute, aber noch ausbaufähige oder aber etwas holprige Rhetorik auf ein neues Level zu heben.

5 Kurztipps – nutzen Sie das Kleine-Welt-Phänomen

  1. Unterschätzen Sie Beziehungen nicht, die Ihnen auf den ersten Blick wenig sinnvoll erscheinen.
  2. Bauen Sie ein eigenes aktives Netzwerk (in unterschiedlichen Bereichen) auf.
  3. Kommunizieren Sie Ihre Anliegen offen und direkt, um Vertrauen zu gewinnen und so auf positive Resonanz zu stoßen.
  4. Beziehen Sie die Meinung derjenigen mit ein, die sich am besten mit einem Thema auskennen.
  5. Lernen Sie, clever zu kommunizieren und gleichzeitig sicher aufzutreten.

ein paar weitere fakten über mich

Torsten schröder

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Moderationscasting bei der Kathy-Weber Moderatorenschule, Berlin

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Moderatorenschule Baden-Württemberg, Karlsruhe

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Freisprecherin Margit Lieverz, Frankfurt am Main

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Abgeschlossene Weiterbildungen im Moderationsbereich

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Audiocation- Audio Academy Fernstudium zum Radio-Journalisten

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Fortbildungen zum Stimm- und Sprechtraining

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Abgeschlossene Weiterbildung mit Kameradreh

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Freisprecherin Margit Lieverz, Frankfurt am Main