Was Führungskräfte vom Paso Doble lernen können!

Häufig hören wir Beispiele bekannter Sportarten, was das Thema „Führung“ angeht. Das sich dabei der Tanzsport als bestes Mittel erweisen könnte, daran haben Sie vielleicht noch nicht gedacht? Dann wird es aber höchste Zeit! 

Der Paso Doble oder auch der Kampf mit dem Stier

Unter dem Paso Doble versteht man die tänzerische Interpretation des Stierkampfes. Der Herr tanzt den Torero, die Dame stellt meist das rote Tuch, eine Flamencotänzerin oder den Schatten des Toreros dar. Dies zeigt sich in Haltung, Schritten und der anzustrebenden durchgängigen Phrasierung der Figuren.

Besonders die kraftvollen Endposen bleiben Zuschauern im Gedächtnis und demonstrieren die Stärke und Souveränität des Stierkämpfers.

Die Haltung – vom Tanz in die Geschäftswelt

Der Tanz wird mit stolz erhobenem Haupt getanzt, die Schulterblätter werden nach hinten und unten gezogen, das Gewicht leicht nach vorne verlagert. Durch das Anspannen der Oberschenkel wird die Leiste aber weiter nach vorne gebracht, sodass der Schwerpunkt hinter der Hüfte liegt. Die gleichzeitige Anspannung der Bauchmuskulatur sorgt dafür, dass sich der Brustkorb nach oben weg bewegt, also öffnet. Die Haltung des Herrn stellt den Matador mit seiner Capa dar: Bogen des Rückens, feste Spannung in den gerundeten Armen.
Ein Körperkontakt zur Dame findet selten statt, etwa in den Achsen. Es wäre unlogisch, weil es lebensgefährlich für den Stierkämpfer wäre, die Capa dauernd an seinen Körper zu halten.

Die Körperhaltung wird im Alltag oft unterschätzt. Dabei lässt sich mit einer gespannten Haltung ein komplett anderes Gefühl transportieren. Wer hingegen mit hängenden Schultern in eine Geschäftsmeeting hineingeht, wird dieses wohl kaum mit einem erfolgreichen Abschluss verlassen.

Selbstbewusst und stolz auftreten

Die äußere Haltung wirkt sich ganz unweigerlich auch auf die innere Einstellung aus. Probieren Sie beispielsweise einmal, sich klein zu machen und gleichzeitig zu denken, wie gut Sie sich aktuell fühlen.
Nun machen Sie sich groß, strecken die Arme aus, spannen den Körper an und drücken die Brust nach vorn. Merken Sie Veränderung der Gedanken? Nutzen Sie diesen Effekt, um selbstbewusst anzukommen, selbst wenn Sie eher introvertiert sind und sich noch nicht so wohl in Mitarbeitergesprächen oder Geschäftsmeetings fühlen, wie manch anderer Kollege es zu sein scheint. 

Zeigen Sie, dass Sie selbstbewusst sind und mit der Zeit werden Sie genau dies immer mehr verinnerlichen.

Die eigene Stärke ausspielen

Im Paso Doble geht es darum, den Stier bei den Hörnern zu packen und gekonnt dafür zu sorgen, dass dieser im Kampf scheitert. Wer jedoch Schwäche zeigt, sich klein macht oder aber den Augenkontakt abbricht, verliert den Kampf. Nutzen Sie die Stärke Ihres Auftritts, um einem Kontrahenten zu zeigen, wer der Torero ist und wie das Gespräch verlaufen wird.
Auch wenn es durchaus um Kompromisse geht und Sie nicht uneingeschränkt hart sein sollten, so erzeugt diese Grundhaltung eine Tendenz, in welche Richtung sich das Ergebnis beeinflussen lässt.

Die Schwäche des Gegners nutzen

Genau so wichtig wie es ist, die eigenen Stärken bewusst auszuspielen, so elementar ist es, die Schwächen Ihres Gegenübers zu kennen. Achten Sie daher nicht nur auf Ihre eigene Haltung, sondern behalten Sie Ihr Gegenüber stets im Blick. Der Torero darf den Stier niemals, auch nicht für den Bruchteil einer Sekunde, aus den Augen lassen. Dies gilt beim echten Stierkampf, dem Auftritt auf der Tanzfläche, aber auch genauso im geschäftlichen Bereich.

Unterschätzen Sie andere zudem nicht, sondern halten Sie sich an Ihre eigenen Ziele. Ein falscher Schritt zur falschen Zeit kann nicht nur den Torero zum Stürzen bringen oder die Choreografie zerstören, sondern auch den eigentlich bereits sicher geglaubten Vertrag zunichtemachen. Mit der Zeit werden Sie lernen, andere besser zu lesen und die Schwächen schneller und leichter zu erkennen. Konzentrieren Sie sich darauf und versuchen Sie stets, hinter die Fassade zu blicken.

Das Spiel mit dem Feuer

Im Paso Doble geht es um Leidenschaft. Der gesamte Tanz ist ein Spiel zwischen Mann und Frau. Es geht hart zu auf der Tanzfläche, aber auch zärtlich und zwischenzeitlich sehr dramatisch. Nutzen Sie diese Punkte und betrachten Sie das Leben viel mehr als Spiel. Auch wenn es zuweilen ein riskantes Spiel mit dem Feuer sein kann, so bietet es doch jede Menge Möglichkeiten des Ausprobierens. 

Nutzen Sie die Chancen, die sich Ihnen bieten, aber sehen Sie Situationen nicht zu ernst. Selbst in der Stierkampfarena geht es eigentlich um Leben und Tod. Dennoch steht das Spiel im Vordergrund.

Flexibel auf Situationen reagieren – die Kunst der Führung

Die Führung von Mitarbeitern in eine Gratwanderung. Es ist mitunter schwer, den richtigen Ton zu treffen und die passenden Worte zu finden.

Auch wenn es sicherlich im Laufe der Zeit eine Menge ähnlicher Situationen geben wird, so sollte jede Führungskraft flexibel bleiben und nicht jede Situation gleich beurteilen. Auch der Torero muss versuchen, das rote Tuch immer unterschiedlich zu bewegen, um sich der jeweiligen Situation anzupassen.
Nur so bleibt die Kontrolle erhalten, denn jede Bewegung erfordert automatisch eine Gegenbewegung.  

5 Ansatzpunkte, die Sie sofort beherzigen können:

  1. Ein guter Torero hat sich immer unter Kontrolle (selbst in Extremsituationen)!
  1. Plötzliche Veränderungen (in einem Stierkampf) bedeuten ein großes Maß an Flexibilität!
  1. Eine präzise Führung entsteht nur durch regelmäßiges Training!
  1. Seien Sie stets auf Angriffe des Stiers (eines Kontrahenten) gefasst!
  1. Behalten Sie die Konzentration (bis zum Ende des Kampfes)!

ein paar weitere fakten über mich

Torsten schröder

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Moderationscasting bei der Kathy-Weber Moderatorenschule, Berlin

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Moderatorenschule Baden-Württemberg, Karlsruhe

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Freisprecherin Margit Lieverz, Frankfurt am Main

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Abgeschlossene Weiterbildungen im Moderationsbereich

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Audiocation- Audio Academy Fernstudium zum Radio-Journalisten

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Fortbildungen zum Stimm- und Sprechtraining

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Abgeschlossene Weiterbildung mit Kameradreh

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Freisprecherin Margit Lieverz, Frankfurt am Main