Gestohlene Zeit – verlorene Zeit

Corona hat uns voll im Griff. Das was die letzten Monate passiert ist, was teilweise an Entscheidungen getroffen wurde, ist mehr als diskussionswürdig. Allerdings möchte ich mir nicht erlauben darüber ein Urteil zu fällen.

Die aktuelle Corona-Situation ist aus dem Ruder gelaufen, in jeglicher Hinsicht. Vor allem aber zeigt sie uns, dass unsere Gesellschaft gespalten ist und das man nicht mehr das Recht hat eine eigene und vor allem auch andere Meinung zu haben. Wahrscheinlich wird es auch auf diesen Text eine Menge negativer Reaktionen geben. Doch nehme ich das nach so vielen Monaten jetzt einfach mal in Kauf.

 

Wenn nicht jetzt…

In den letzten Tagen und Wochen lese ich regelmäßig Facebook-Einträge, Instagram-Geschichten und verfolge die tägliche Presse.

Dort wird immer wieder das Wort: „Zeit“ in den Mund genommen. Wenn Corona mal vorbei ist, dann haben wir Zeit, um diese oder jene Dinge zu tun. Sich mit Freunden treffen, mal wieder richtig in ein Restaurant gehen oder der längst überfällige Urlaub wird gemacht.

Ja wenn …

In meinem Buch: „Aus der zweiten Reihe tanzen“ erzähle ich zum Einstieg die Geschichte meines Vaters. Daher kommen mir die Aussagen, die aktuell zu diesem Thema gesprochen werden sehr bekannt vor.

Mein Vater erzählte auch immer davon, was er alles machen wird, wenn er endlich in Rente geht. Er hat es sich sein ganzes Leben lang ausgemalt was er später noch alles so machen wird …  und doch hat er dieses Ziel am Ende doch nicht erreicht!

„Wir haben ja später immer noch Zeit“ – wie oft wird das geschrieben und gesagt.

Doch sollte uns dabei eine Sache bewusst werden oder schon bewusst sein: Wird es dieses „später“ auch wirklich geben? Werden wir wirklich im nächsten Jahr Freunde wieder treffen, ein Restaurant besuchen, ins Kino, in den Urlaub fliegen, oder … ja … oder …

Ist uns eigentlich klar, dass unsere Zeit auf dieser Erde begrenzt ist und das es vielleicht ein später nicht geben wird?

Auf der anderen Seite heißt es ja auch immer „wir dürfen keine Zeit verlieren.“ Aber so fühlt es sich gerade an. Wir verlieren Zeit jetzt in der vagen Hoffnung in Zukunft Zeit gewonnen zu haben.

… wann dann?

Wir hören aktuell nur noch Verbote, die unser Leben bestimmen. Verbote, die ausgegeben werden um Leben zu retten. Doch retten wir wirklich Leben, oder nehmen wir auch in vielen Fällen einen großen Teil der Lebensqualität weg?

Familien werden getrennt oder auseinander gerissen… Teilweise durften Oma und Opa schon Monate nicht besucht werden. Und jetzt steht auch noch das Weihnachtsfest vor der Türe. Und schon werden die nächsten Gefahren in den Medien verteilt: „Tote nach dem Weihnachtsfest“ oder „Das Weihnachtsfest des Todes“ wird dort geprangert.

Wie weit soll das noch gehen?

Ich frage mich jeden Tag, WANN ist denn dieses später von dem die ganze Zeit geredet wird? Wird es wirklich bald eine Impfung geben und bringt die Impfung überhaupt den gewünschten Erfolg?

Wie gerne hätte ich ein SPÄTER mit lieben Familienmitgliedern und Freunden erlebt. Doch ich musste schmerzhaft die eigene Erfahrung machen, dass es manchmal im Leben nun mal kein später gibt! Wer weiß denn wirklich wie lange uns auf dieser schönen Erde noch bleibt???

 

Gestohlene Zeit

Als Kind haben in der Grundschule die meisten von uns den Roman von „Momo“ gelesen … dort gibt es die seltsame Geschichte der Zeit-Diebe und dem Kind, dass den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte.

Momo kämpft gegen eine Übermacht dieser Zeit-Diebe, die sogenannten grauen Herren.

Diese Mächte des Bösen rauben den Menschen ihre Lebenszeit und damit die Freude am Leben. Mit persönlichem Mut und der Hilfe guter Mächte gelingt es Momo die grauen Herren zu vernichten.

Und ich frage mich: Wo ist denn aktuell diese Momo? Wo sind die Personen, die sich trauen den Mund aufzumachen Und nein: nicht alle, die den Mund aufmachen, sind sofort Verschwörungstheoretiker! Es ist nur, aber mit Nachdruck meine Meinung!

Ich frage mich: „Wer bringt uns unsere gestohlene Zeit wieder zurück?“

Zeit die wir mit lieben Familienmitgliedern hätten verbringen können, Zeit um ordentlich feiern zu gehen, Zeit um das Leben uneingeschränkt zu genießen?

Alles was gerade passiert ist für viele ein finanzielles Desaster, keine Frage. Viele Firmen und Selbständige werden in die Insolvenz gehen müssen, selbst Angestellte werden sich einen neuen Job suchen müssen oder arbeitslos werden.

Doch was ist das alles gegen die verlorene und geraubte Zeit.

 

Das Jahr 2020 abhaken?

Das werden wir wohl müssen. Ein verlorenes Jahr? Irgendwie schon…

ein paar weitere fakten über mich

Torsten schröder

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Moderationscasting bei der Kathy-Weber Moderatorenschule, Berlin

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Moderatorenschule Baden-Württemberg, Karlsruhe

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Freisprecherin Margit Lieverz, Frankfurt am Main

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Abgeschlossene Weiterbildungen im Moderationsbereich

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Audiocation- Audio Academy Fernstudium zum Radio-Journalisten

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Fortbildungen zum Stimm- und Sprechtraining

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Abgeschlossene Weiterbildung mit Kameradreh

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Freisprecherin Margit Lieverz, Frankfurt am Main